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Telegram Group
Warum blockieren weltweit Regierungen die Telegram-App?

WhatsApp und der arabische Frühling war gestern, heut ist es der Telegram-Messenger mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung das Thema vieler Justizbehörden.

In Russland wird durch die Anti-Terror-Gesetzgebung die schier unmöglich zu hackende Telegram-App durch die Sperrung vieler Millionen IP-Adressen blockiert.

Protestbewegungen sollen im Keim erstickt werden und der Kreml um den Präsidenten Vladimir Putin möchte sämtliche Verschlüsselungen verbieten zum Kampf gegen den Terror. Die Telegram App mit Messaging-Dienst wurde im Jahr 2018 zu Russlands Präzedenzfall im Umgang mit der Online-Zensur. Telegram gibt keine Nutzerdaten heraus, diese bleiben verborgen und dies scheint der Hauptgrund, warum der russische Geheimdienst gegen den Messenger-Dienst aus dem eigenen Land massiv vorgeht.

Im April fand der „Schauprozess“ in Moskau statt und dauerte, sage und schreibe, keine zwanzig Minuten. Das russische Gericht entschied im Beisein von Medienvertretern, das Urteil unverzüglich umzusetzen. Der Gründer von Telegram und Pavel Durov und seine Unternehmensanwälte blieben dem Prozess fern. Bereits zuvor wurde durch die Roskomnadsor Aufsichtsbehörde eine Sperrung des Chat-Dienstes gefordert.

Die Begründung des russischen Staates liegt auf der Hand, auf der Plattform Telegram nutzen potenzielle Attentäter die Anonymität, um Terroranschläge zu planen. Seit Monaten sind in Russland Messenger-Dienste dazu verpflichtet, die Verschlüsselungscodes offenzulegen, um Geheimdienste bei der Terrorismusbekämpfung zu unterstützen.

Telegrammblockierung

Mit Gesetzen gegen den Terror wird Telegram der Kampf angesagt!

Laut Telegram-Messenger ist nicht nur der Prozess, sondern auch das Gesetz eine Farce. Mit dieser Gesetzesänderung liegt ein schwerwiegender Bruch der russischen Verfassung vor. Der Nachrichtendienst argumentiert, gespeichert wird ausschließlich auf den Endgeräten der Nutzer, und es ist nicht möglich an Verschlüsselungscodes heranzukommen, hier fehlt die technische Grundlage. Die Nutzerdaten sind quasi unantastbar, Anonymität wird bei Telegram großgeschrieben.

Die Messenger-App bietet nicht ohne Grund einen ausgeklügelten Datenschutz an. Anonym zu bleiben ist ein wichtiger Grund für den Telegram-Hype nicht nur unter Nerds. Aktuell umgehen zahlreiche russische Telegram Kontoinhaber via VPN die staatliche Messenger Blockade. Bleibt abzuwarten, wie weit der Kampf um Telegram noch geht.

Im Iran sperrt das Justizministerium den Messaging-Dienst Telegram

Das Regime der iranischen Mullahs will die Bevölkerung dazu drängen auf eher zwielichtige Chat-App Anbieter aus dem Iran umzusteigen. Bis ins Frühjahr 2018 nutzten an die 40 Millionen Iraner Telegram auf ihren Mobilgeräten. Gleichzeitig gingen in Moskau über zehntausend Menschen friedlich für freies Internet und gegen das Verbot des Messenger Telegram auf die Straße.

Das Kommunikations-Talent für den Iraner, ob eine Laboruntersuchung beim Arzt oder Geschäftsleute, für den Großteil der Bevölkerung, vor allem in städtischen Gebieten, hat Telegram den Telefonanruf seit Jahren ersetzt.

 

Telegram Blockade wegen Regimegegnern und Nutzen für unsittlichere Zwecke!

Nach den Unruhen und kritischen Tönen aus der Bevölkerung Ende des Jahres 2017 und Anfang 2018 suchte die konservative Regierung nach Gründen für die schnell wachsende Protestwelle.

Als Kommunikationsmittel verwendeten die Demonstranten die Telegram-App – für das Regime nicht kontrollierbar. Bildmaterial von brutalen Übergriffen gelangte an westliche Medienanstalten und gleichzeitig konnten im Inland noch unterdrückte Teile der Bevölkerung mobilisiert werden. Nach den Veröffentlichungen auf Telegram Kanälen mit Informationen zur Protestbewegung gegen das Mullah-Regime und seine Hardliner nahm die Anzahl der Protestteilnehmer rasant zu.

Der Messenger ist nun gesperrt und durch den staatlich kontrollierten App-Dienst Soroush ersetzt worden. Mit der Bedeutung „Stimme des Gewissens“ werden zum Regime passende Emojis angeboten, die verschleierte Frauen darstellen und Hassbotschaften gegen Israel und die USA beinhalten. Die iranische Telegram Alternative hat keinen Erfolg nicht zuletzt durch die Angst, sich der kompletten Kontrolle des Kommunikationsdienstes auszuliefern, nutzen die App nur wenige.

Aktuell besteht immer noch ein Kampf innerhalb der iranischen Regierung, so waren das Kommunikationsministerium und der amtierende Präsident Hassan Rohani dagegen, Telegram zu verbieten. Die Blockade zeigt, wie viel Macht in der islamischen Republik im Hintergrund ausgeübt wird und der eigentliche Regierungschef innerpolitisch kaum eine Chance hat, Reformen durchzusetzen.

 

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